Bei Sternschnuppen und Gletscherabbrüchen

Das Camping bisher war ja schon immer etwas abenteuerlich. Immerhin ist es doch etwas anderes, im eigenen Bett zu Hause (mit den Kuschelbären im Arm) und vorbeifahrenden Autos einzuschlafen oder bei Muh-Röhr-Geräuschen von gefühlt neben dem Zelt und sonst Stille das selbe zu versuchen.
Als wir nach einer doch sehr anstrengenden Fahrt – ich muss mich doch immer noch sehr am Lenker festhalten, aber die Muskeln scheinen in den Armen zu wachsen – am Gletscher Ventisquero Colgante im Nationalpark Queulat ankamen, war ich froh, dass ich mich wieder strecken konnte und mehr als nur grauen Schotter sah. Weil die Sonne schon am Untergehen war, habe ich dafür plädiert den Gletscher anzusehen, der uns als sehenswerter als der Perito Moreno von einem entgegenkommenden Biker
angepriesen wurde.
Er ist klein, aber er ist auch blau. Wie die Gletscher auf den Bildern. Allerdings hört man vom Lookout, oder Mirador, wie es auf Spanisch heißt, nichts als Flußrauschen.
Also wieder schnell zurück. Der Weg zum Mirador hat mich übrigens sehr an den Zoo Leipzig erinnert, mit seinem Boden aus weichem Holzresten und Blättern, den Regenwaldbäumen und Dickicht.
Und dann wieder ins Zelt und in den Doppelschlafsack mummeln. Wir haben uns nämlich einen linken und einen rechten Schlafsack mitgenommen, die verbindbar sind. Da kann man super drin kuscheln. :D Das heißt, kurz vorher habe ich noch einmal aus dem Zelt geschaut. Sternklare Nacht, wie jede Nacht da im nördlichen Patagonien. Und auf einmal huscht eine Sternschnuppe über den Himmel. Warum wünsche ich mir eigentlich nie etwas, wenn ich eine sehe, oder zumindest zu spät? Und als ich mich noch etwas umsehe, saust noch ein Meteor oder Komet über den Himmel. Was für eine Nacht!
Also jetzt, ab ins Zelt, denn die Nacht ist kalt. Und wie wir uns gute Nacht wünschen, rumpelt es. Könnte es doch gewittern? Nein! Es ist der Gletscher, von dem ein Stück abbricht. Rrrrrrrrrfffftsch!!! Oder zumindest so ähnlich. Was für eine Nacht!

Lg, Madl

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7 Antworten

  1. Hanne sagt:

    Mir scheint, euer Urlaub wird langsam abenteuerlich, und solte nicht eigentlich Frühling sein?
    Das Wetter hier: 7 ° und kein Wind, dafür grau. Weiter schönen Urlaub!
    Hanne

  2. der dicke sagt:

    lb madl
    du hast eine wundervolle gabe, die auch schwierigste situation so zu schildern, als sei es überraschend und doch vorgeplant …. und jeder liest dies mit lust und freude und fühlt sich in die situation mit einbezogen … wie sagt man? chapeau? … zieh ich!

    wir alle freuen uns immer wieder über das kleinste zeichen hier … dank an euch!

    weiter so – ruft
    der dicke

  3. griaß eich,

    mussten mal reinsehen – außerdem haben wir euch heute in El calafate gesehen… hoffen euch geht es gut und der Wind hat euch nicht verblasen. Sehen uns in Ushuaia!

    Liebe Grüße
    Chrissi und Liehrly

  4. Andrea sagt:

    zoo leipzig ist ein gutes stichwort – wollten wir 2012 besuchen – der andi hat glück gehabt – aufgeschoben ist nicht aufgehoben – wir gehen 2013 zusammen hin – lg.